Motoryacht leck im Hafen – Desaster verhindert

Schreck in der Morgenstunde: Wassereinbruch in die mehr als 1600 PS starke Motoryacht White Pearl  im Damper Hafen! Rasches, besonnenes Handeln war nötig, um „Absaufen“ des Schiffes und Schadstoffeinträge ins Hafenbecken zu verhindern. Fachfirmen waren nach Auskunft von Hafenmeister Philipp Tröger glücklicherweise schnell zur Stelle.
Sie pumpten rund 20 000 Liter Wasser ab, sicherten das Schiff – und verhinderten – später auch mit Hilfe der Feuerwehr – ein Desaster.

Kraftvoller Kran: Rund 50 Tonnen kann dieses Schwergewicht  wie leichtes Gepäck durch die Luft heben wie hier die 28 Tonnen schwere und 16 Meter lange White Peal.

Einem Mitarbeiter der Hafenmeisterei fiel Freitagmorgen gegen 8 Uhr die ungewöhnliche Schräglage der White Pearl auf. Er informierte seinen Chef, der eine Viertelstunde später eintraf und sofort an Deck ging. Er befürchtete, der Eigner schliefe womöglich noch im Vorderdeck, weil er die Woche über im Hafen gewesen war.

Dabei entdeckte er:  der Motorraum lag schon im Wasser,  die Gefahr, dass Öl, Treibstoff und Batteriesäure ins Hafenbecken gelangten, riesig.

 

Hafenmeister Philipp Tröger

Schiffseigner Frank Möller und Einsatzkräfte bescheinigen Hafenmeister Philipp Tröger äußerst professionelles Handeln: Sofort bittet er die zufällig wegen der Hafenreparatur schräg gegenüber arbeitenden Ostseediente mit ihrem Schiffsbagger , um die White Pearl in stabilere Lage zu bringen, setzt dabei auch das Boot der Hafenmeisterei ein. Parallel dazu rollen Spezialkräne und und Trailer an. Remondis pumpt Wasser ab. „Wenn das alles nicht so prima geklappt hätte, wäre die White Pearl gegen Mittag gesunken“, vermutet Tröger.

Doch die Gefahr ist noch nicht gebannt: Motor mit Öl und noch 800 bis 900 Liter Treibstoff an Bord, acht Batterien mit Säure drohen noch immer zum Debakel im Hafen zu führen. Deshalb wird die Freiwillige Feuerwehr Damp-Dorothental alarmiert. 20 Leute, auch aus Waabs, rücken an. Nach Auskunft von Damps Wehrführer Michael Leckband in enger Abstimmung mit dem Löschzug Gefahrgut. Feuerwehrleute legen leichte Ölsperren und helfen dem Elektriker der Kappelner Schiffsmotorenfirma Vogt unter Einsatz von Atemschutzmasken, die bereits leicht dampfenden Batterien zu entfernen.  „Elektrik und Wasser vertragen sich nun mal nicht gut“, kommentiert Tröger.

Fatal, dass ausgerechnet in dieser Nacht der Wassereinbruch passierte. Die White Pearl sollte an diesem Tag nach Maasholm gefahren und dort aus dem Wasser gehievt werden, weil eine Reinigung anstand. Nun steht sie in Damp auf einem großen Trailer, wartet auf  Sachverständige der Versicherung. Noch ist nicht klar, wo das Wasser eingetreten ist und wie hoch der Schaden ist. Das Schiff mit einem Zeitwert von rund 150 000 € hat nach Auskunft Möllers einen Neuwert von über einer Million.

20 Feuerwehrleute halfen tatkräftig, um Schadstoffeinträge ins Hafenbecken zu vermeiden.
[shariff]